Im Schwingklub Glatt- und Limmattal schwingen auch die Furttaler mit
An diesem Wochenende steht das Eidgenössische Schwingfest an. Auch im Furttal wird der Traditionssport gelebt – und fleissig trainiert.
Beim Schwingen muss immer mindestens eine Hand an der gegnerischen Hose bleiben. Bild: Janik Schmid
An diesem Wochenende steht das Eidgenössische Schwingfest an. Auch im Furttal wird der Traditionssport gelebt – und fleissig trainiert.
Sport. An einer Wand im Untergeschoss der Turnhalle Moos in Schlieren hängen zahlreiche Schwingerhosen ordentlich bereit. Jeweils am Montag- und Donnerstagabend üben hier rund 15 Buben – darunter derzeit fünf aus dem Furttal – auf dem Sägemehl Würfe und Griffe. Bei den Aktiven sind es zwei Furttaler an der Zahl.
Immer wieder kracht ein Bub zu Boden, klopft sich ab und steht wieder auf. «Was ist des Schwingers dritte Hand?», ruft Jodok Huber laut. «Der Kopf!», antwortet ein Junge. Huber ist technischer Leiter im Schwingklub Glatt- und Limmattal. Unterstützt wird er von Bruno Auf der Maur. Die beiden trainieren die Jung- und Aktivschwinger mit viel Engagement.
Das Training der Jungschwinger beginnt immer mit einem spielerischen Aufbau – zum Beispiel mit einem Fussballspiel. Anschliessend folgt das Aufwärmen. Nacken, Gelenke – «das ist wichtig», betont der Coach.
Danach folgt die Technik: Huber zeigt vor, die Jungs machen nach. Die Stimmung ist konzentriert, aber kollegial. «Schwingen ist eine Lebensschule», sagt Jules Gassmann, Präsident des Schwingklubs. «Man lernt zu gewinnen – und zu verlieren.»
Der Klub zählt rund 840 Mitglieder – darunter Aktive, Veteranen, Ehrenmitglieder und Nachwuchsschwinger.
Yann Fehr ist neun Jahre alt und kommt aus Hüttikon. Seit vier Monaten trainiert er in Schlieren. «Ich möchte ein guter Schwinger werden», sagt er. Am schwierigsten findet er: «Die ganzen Techniken üben.» Momentan arbeitet er am «Kurz», einem Einsteigerschwung. Sein grosses Vorbild: Samuel Giger.
Auch Yanns kleiner Bruder Silvan Fehr, sieben Jahre alt, ist mit Begeisterung dabei. «Schwingen macht sehr viel Spass. Ich möchte unbedingt weitermachen», sagt er. Auch er übt den «Kurz». Sein Ziel ist ehrgeizig: «Irgendwann mal am Eidgenössischen Schwingfest mitmachen.»
Silvan Haupt aus Boppelsen, neun Jahre alt, ist seit eineinhalb Jahren im Training. Er setzt sogar noch einen drauf: «Ich möchte Schwingerkönig werden», sagt er bestimmt. Dafür trainiert er fleissig – zurzeit neben dem «Kurz» auch am «Kopfgriff». «Es ist schwierig, auswendig zu lernen, in welcher Situation welcher Schwung am besten ist.» Er weiss: Für das braucht es viel Training. Sein Vorbild: Joel Wicki.
Der Schwingklub Glatt- und Limmattal ist einer von acht Zürcher Schwingklubs. An diesem Wochenende steht das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest an, für das sich 15 Zürcher Schwinger qualifiziert haben. Auch der Schwingklub Glatt- und Limmattal ist selbstverständlich mit dabei – allerdings nur als Zuschauer und Unterstützer.
«Die Konkurrenz ist sehr gross», betont der Präsident. Doch auch ohne eigene Teilnahme bleibt das Fest für jeden Schwinger ein besonderer Höhepunkt. «Die Atmosphäre ist jedes Mal etwas ganz Besonderes – friedlich, freundschaftlich und einfach schön», sagt er.
«Schwingen ist ein Traditionssport», erzählt Gassmann weiter, «in dem Kameradschaft und gegenseitiger Respekt gelebt wird.» Nach jedem Gang klopft der Sieger dem Verlierer das Sägemehl vom Rücken – ein kleines Ritual mit grosser Bedeutung.
Und wer weiss – vielleicht steht in ein paar Jahren einer der Buben aus dem Furttal am Eidgenössischen im Sägemehlring.
Janik Schmid
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