Das Petermoos hilft bei der Furtbach-Revitalisierung
Rund 120 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Petermoos unterstützten im Rahmen einer Projektwoche die Revitalisierung des Furtbachs.
Rund 120 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Petermoos aus Buchs packten während ihrer Projektwoche am Ufer des Furtbachs tatkräftig mit an. Bild: Janik Schmid
Rund 120 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Petermoos unterstützten im Rahmen einer Projektwoche die Revitalisierung des Furtbachs.
Natur. Der Regen prasselt, der Boden ist Matsch – die Stiefel schwer von der Erde. Und doch packen rund 120 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Petermoos aus Buchs tatkräftig mit an. Mit Astscheren, Heugabeln und Schaufeln arbeiten sie am Ufer des Furtbachs zwischen Würenlos und der ARA Otelfingen. Dort wird seit Februar der Bach auf einer Länge von 1,5 Kilometern aus seinem künstlichen Korsett befreit – eine gemeinsame Revitalisierung des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) und des Kantons Aargau. Ziel ist es, den Furtbach in einen vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu verwandeln.
Diese Woche unterstützten die Jugendlichen diese Arbeiten im Rahmen einer Projektwoche. Unter fachlicher Anleitung entstanden Holzbauten und Steinhaufen, die die Strukturvielfalt des Gewässers erhöhen sollen. «Und in der Werkstatt bauen sie Fledermaushüsli, Vogelhüsli und Insektenhotels», erklärt Lehrerin Beatrice Zürcher. Auch wenn das Wetter nicht optimal sei, seien die Schülerinnen und Schüler Tag für Tag fleissig. «Sie sind auch Tag für Tag besser angezogen», sagt sie lachend. Ihr Kollege Simon Ledermann, ebenfalls Lehrperson im Petermoos, betont die Anstrengung: «Die Schülerinnen und Schüler fuhren während der Projektwoche auch täglich mit dem Velo hin und her.»
«Dass die Sekundarschule Petermoos überhaupt wieder am Furtbach im Einsatz ist, hat nicht zuletzt mit dem «Furttaler» zu tun», erklärt Zürcher. Dort las das Lehrerteam im Sommer von der Revitalisierung. Zürcher erinnert sich: «2009 waren wir schon mal hier dabei. Der Artikel hat uns die Idee gegeben: Machen wir doch dieses Jahr wieder mit.»
Das Thema passe perfekt, ergänzt Ledermann: «Unsere Projektwochen haben immer etwas mit Nachhaltigkeit zu tun.» Neben den Arbeiten am Furtbach errichteten die Jugendlichen im eigenen Schulbiotop eine Sandlinse für Wildbienen. Zudem besuchte ein Experte von BirdLife das Schulhaus, um die Zusammenhänge der Biodiversität zu erklären. Vor Ort begleitete Evi Binderheim von Sponsolim Umweltconsulting – eine spezialisierte Firma im Bereich Gewässerschutz und Umweltbildung – die Schülerinnen und Schüler. Die Organisatorin der Projektwoche vermittelte Theorie und Praxis. «Wie und warum wird revitalisiert, erkläre ich ihnen.» Auch suchte sie mit den Jugendlichen wirbellose Wassertiere, die wertvolle Hinweise zur Wasserqualität liefern.
Auf die Frage, ob die Motivation trotz des schlechten Wetters da sei, antwortete ein Junge, der gerade mit der Astschere Äste zerkleinerte, bestimmt: «100 Prozent!» Sein Mitschüler legt nach: «120 Prozent!» Ein paar Schritte weiter stapelten andere Schülerinnen und Schüler Steine zu einem Haufen. «Damit Frösche und Eidechsen hier einen Unterschlupf finden», erklärt eine Schülerin.
Am Ende eines langen Arbeitstages sind alle von Kopf bis Fuss mit Schlamm bedeckt. Vor der Turnhalle reihen sich die Jugendlichen schliesslich auf – und werden kurzerhand mit dem Wasserschlauch abgespritzt, bevor es in trockenen Kleidern wieder in die Werkstatt geht.
Janik Schmid
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