Die Kirchgemeinde entscheidet Ende November über den Kredit der Kirchensanierung. Bild: sj
14.11.2025 09:45
Aller guten Dinge sind drei - dritte Sanierungsetappe der Otelfinger Kirche
Die 3. Etappe für die Sanierung der Otelfinger Kirche rückt näher - wie nahe, das entscheidet die Kirchgemeindeversammlung am 30. November. Dann gilt es, über den Kredit von 1,5 Millionen zu befinden.
Otelfingen. Die Kirche in Otelfingen wurde 1607 erbaut und in all den Jahren einige Male renoviert, saniert und wieder auf Vordermann gebracht. Viele Jahre später, nämlich in der Nacht vom 27. auf den 28. November 1968, stand die Kirche Otelfingen in Flammen. Diese zerstörten die neue Orgel, die Decken und die Empore. Ausgelöst wurde der Brand durch die Tastenheizung der Orgel, welche nicht abgeschaltet worden war, wie einem Bericht von damals zu entnehmen ist. Der Turm blieb unversehrt. Am
1. Februar 1970 fand die Eröffnungsfeier der wiederhergestellten Kirche statt. Kein Feuer, aber der Zahn der Zeit nagte später an der Kirche, was zu weiteren Arbeiten führte.
Und nun steht die 3. Etappe der aktuellsten Kirchensanierung an. Begonnen wurde damit 2017 mit der Sanierung des Turmes für 100 800 Franken. 2022 folgte die Sanierung des Geläutes und des Uhrwerkes, sowie Ausbesserungen der Fassade und des Gehweges für 76 900 Franken. Die dritte, und vorläufig letzte Etappe, schlägt mit 1,5 Millionen zu Buche. Am Dienstag hatte die Kirchenpflege zu einem Informationsabend eingeladen, um darüber zu informieren. Denn das letzte Wort dazu hat die Kirchgemeindeversammlung am 30. November. Den Projektierungskredit dazu hatte die Versammlung 2024 bewilligt.
Die letzte Etappe gilt dem Innenraum, dem Dach und der Fassade. Die Orgel braucht eine Generalüberholung, die Technik ist veraltet. Im Innern der Kirche wurde zudem Asbest entdeckt, welches im Laufe der Sanierung auch entfernt werden muss. Hier konnte der Liegenschaftsverwalter Alain Lanz aber die Anwesenden gleich beruhigen, dass für die Kirchenbesucher kein gesundheitliches Risiko bestünde. Ebenso sind die Fenster ein Thema, bei welchem man mit einem neueren System erreichen will, das Raumklima besser steuern zu können. Denn wie Lanz betonte, «es wird keine neue Kirche geben, es ist wirklich eine Instandstellung.» Das Gotteshaus soll damit für die nächsten
20 Jahre gerüstet sein.
Barrierefreiheit gefragt
Ein Thema, mit welchem die Arbeitsgruppe nicht in diesem Ausmass gerechnet hatte, ist die Barrierefreiheit. Die jetzige Aufgangsrampe zur Kirche ist zu steil, hier muss etwas geändert werden. Das jetzige WC ist nicht wirklich behindertenfreundlich, auch hier besteht ein Handlungsbedarf. Ob das stille Örtchen in der Kirche verbleiben kann, darüber werden sich wohl die Denkmalpflege und die Behindertenkonferenz unterhalten müssen. Denn für die Vergrösserung müsste eine alte Mauer weichen, dies nicht zur Freude ersteres, so bleiben kann es nicht, ist für letztere klar. Da die Otelfinger Kirche ein kantonal denkmalgeschütztes Gebäude ist, bringt sich die Denkmalpflege stark ein. So auch beim angedachten Lichtkonzept, über welches diese zum Schluss entscheiden wird.
Die Sitzbänke, in welchen sich so mancher verewigen wollte, werden aufgefrischt, mit neuen Sitzkissen versehen, aber ansonsten belassen. Bis auf die beiden hintersten Reihen, diese werden entfernt, um den Platz flexibel nutzen zu können. Ebenso wird das Elektro-Heizsystem weitergeführt. Die Frage aus den Reihen, ob denn diese bis ins Jahr 2030 nicht nach Vorschrift im Kanton Zürich entfernt werden müsse, konnte Lanz verneinen, «die Kirchen dürfen diese als einzige weiterbetreiben», klärte er auf.
Ein separater Diskussionspunkt ist die Kanzel. Hier hat eine Umfrage ergeben, dass einige sie gerne behalten möchten, andere sehen das nicht so. Die Denkmalpflege enthält sich der Stimme, da die Kanzel nach dem besagten Brand 1968 in einer schlichten Ausführung aus Sperrholz keine schützenswerte Komponente hat. Es geht dabei eher um einen symbolischen Wert.
Ob die Kanzel in der Kirche bleiben soll oder nicht, wird die Kirchgemeindeversammlung im November unabhängig vom Baukredit entscheiden, da dies keinen Einfluss auf diesen hat. Der Kredit, über welchen die Versammlung entscheiden wird, beträgt 1 485 600 Franken. Diesen Betrag könnte die Kirche aktuell aus Eigenmitteln stemmen. Um diese aber nicht über zu strapazieren, soll ein Teil der Kosten über ein Darlehen abgedeckt werden. Weitere Drittmittel oder Fördergelder werden geprüft, auch ein Crowdfunding wäre eine Möglichkeit.
Sollte die Versammlung am 30. November dem Kredit zustimmen, wäre der Plan, mit den Bauarbeiten im April 2026 zu beginnen. Rund ein Jahr könnte die Kirche dann nicht genützt werden, die Gottesdienste fänden im Kirchgemeindehaus statt.
Detaillierte Angaben zur Kirchensanierung sind auf der Homepage der Kirchgemeinde unter www.kirche-otelfingen.ch zu finden.
Judith Sacchi