Wenn Christbäume fliegen
Nach den Feiertagen, am letzten Samstag, wurde bei Ogg The Farmer in Watt erst mit Christbäumen geworfen und danach nicht lange gefackelt.
Mit vollem Elan ging es ans Christbaumwerfen, bevor die Bäume verbrannt wurden. Bild: Martin Allemann
Nach den Feiertagen, am letzten Samstag, wurde bei Ogg The Farmer in Watt erst mit Christbäumen geworfen und danach nicht lange gefackelt.
Watt. Das Wetter war eher nicht einladend, nach draussen zu gehen. Eine Mischung aus Gefrorenem und Wasser liess bei ordentlich Gegenwind die Nase tropfen. Warm eingehüllt nahmen die Macher einer lokalen Kleinbrauerei Namen und Christbaumgrösse auf.
Einige wenige Zuschauende verfolgten das Spektakel, wenn die Werfenden Anlauf holten, beinahe über den Startbalken stolperten und mit mehr oder weniger Wurftechnik die Bäumchen mit ihren «grünen Blättern» dem Massband entlang warfen.
Mal landeten sie ordentlich entfernt, mal schafften sie es über ihre Länge hinaus zu wachsen, mal liess ein Kind die paar Ästchen der kleinsten Variante einfach fallen.
Gegen 100 Teilnehmende traten an diesem Nachmittag in dieser mittlerweile schon zur Tradition gewordenen, neuen «Sportart» zum spassigen Wettkampf an.
Eine ausgeklügelte Punktevergabe bestimmte letztlich die Rangliste. Den Siegenden winkte edles Gebräu, zumindest den Erwachsenen.
Ein ganz anderes Bild bot sich, trat man in die grosse Scheune ein. Hier also spielte sinngemäss die Musik. Kuchen und Torten gingen wie frische Semmeln über den Tresen: Wurst, Wein, Bier und Gesang. Gut, Letzteres dann doch zu früher Stunde weniger, eher die vielen Kinder belebten akustisch die Halle. Der Familienanlass scheint gut anzukommen; die Stimmung war bestens.
Mit dem Eindunkeln wurden übrig gebliebene und solche, die an der Wärme in Stuben Weihnachten verbringen durften – Christbäume – zum Platz geschleift, den die Feuerwehr abgesichert hatte. Baum für Baum wehrte sich mit noch ordentlich Saft in Stamm und Ästen gegen die Flammen. Lange hielten sie mit dichter Rauchfahne entgegen, um nach kurzer Zeit lichterloh brennend und Funken sprühend in sich zu fallen. Manchen wurde durch die Hitze spürbar vor Augen geführt, wie schnell sich so ein Baum entzünden kann, was immer wieder zu Bränden führt. Wer aber seinen Christbaum gut mit Wasser versorgt und echte Kerzen mit genügend Abstand und frei von Ästen platziert, kann sich entspannt dem Lichterzauber, der besonderen Atmosphäre hingeben und wie an diesem Nachmittag geniessen.
Martin Allemann
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