Das Osterfest zwischen Tradition und Gegenwart
Was verbindet Eier, Osterhasen, «Zwängerle» und weitere Bräuche und Symbole mit dem Osterfest? Inwiefern ist die Osterzeit in der Zelebrierung des Lichtes und des Frühlingserwachens verwurzelt?
Blumen und Osterdekoration bringen Freude in die Osterzeit. Bild: Sabrina Abate Detmar
Was verbindet Eier, Osterhasen, «Zwängerle» und weitere Bräuche und Symbole mit dem Osterfest? Inwiefern ist die Osterzeit in der Zelebrierung des Lichtes und des Frühlingserwachens verwurzelt?
Ostern. Aus christlicher Sicht ist Ostern ein hochbedeutendes Fest, da es die Auferstehung Jesu am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz und den Glauben an ein Leben nach dem Tod feiert. Der Ostersonntag wird als dritter Tag beginnend mit dem Kreuzigungstag (Karfreitag) gezählt; davor liegt der Gründonnerstagabend als Zeitpunkt des letzten Abendmahls Jesu mit den Aposteln und danach wird der Ostermontag als zweiter Festtag der Auferstehung zelebriert.
Die Osterfeiertage bringen eine wertvolle Auszeit mit sich, die viele im Familienkreis zuhause oder auf Reisen verbringen. Ostern war seit dem ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325 immer ein Frühlingsfest, dessen Datum auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt wurde und Jahr für Jahr - im gregorianischen Kalender - vom 22. März bis zum 25. April variieren kann. So gibt es heute, am 2. April, den ersten Frühlingsvollmond, worauf am Sonntag, 5. April, Ostern gefeiert wird. Traditionsreiche Bräuche, wie das Eiertütschen und das Zwängerle, beliebte Figuren aus der Tierwelt, wie Osterhase und Osterküken und die Frühlingsblüten, die der Kälte der letzten Tage getrotzt haben, sowie auch herzhaftes Essen sprechen für ein schönes Osterfest.
Eine Sage und eine schriftliche Quelle aus dem 12. Jahrhundert die dem Honorius Augustodunensis zugeschrieben wird, verbinden das Wort «Ostern» mit dem Licht. Einerseits mit der Frühlingsgöttin «Ostara», deren Namen sich vom altgermanischen Wort «Austro» (Morgenröte) herleiten lässt und anderseits mit dem «Osten», der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs, der die Nacht vertreibt. Diese Assoziationen verbinden Ostern mit der Idee eines Neubeginns und sind im Einklang mit der Morgenröte im Christentum, die als Symbol der Auferstehung gilt.
Auch das Ei und der Osterhase deuten auf einen Neubeginn hin, da sie Fruchtbarkeitssymbole sind. Aus dem Ei entsteht neues Leben und Hasen zählen zu den ersten Tieren, die im Frühjahr Nachwuchs bekommen. Das Ei war im frühen Christentum ein Symbol für das Grab, aus dem Jesu auferstanden ist und wurde rot als Zeichen des Lebens gefärbt. Das Osterlamm bezieht sich auf das «Agnus Dei», das Lamm Gottes, dessen Opfer die Sünden der Welt erlöst; es steht für Reinheit und Auferstehung. Auch die «Colomba», der mit Hagelzucker verzierte Kuchen in Taubenform, bereichert als Symbol von Reinheit und Frieden die Osterthematik. Im Einklang mit dem Frühlingserwachen bringen blühende Tulpen, Forsythien und Osterglocken sowie bunte Ostereier Farbtupfer in die Osterzeit, in der auch Kinder sich auf Bräuche wie die Suche nach versteckten Ostereiern freuen können.
Das Bemalen von Ostereiern ist ein Brauch, der auf das 12. Jahrhundert zurückgeht, als es in der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karsamstag nicht erlaubt war, Eier zu essen. Einige davon wurden gekocht, um sie länger aufzubewahren und in die Kirche gebracht, wo sie den Eiersegen (benedictio ovorum) erhielten, bevor man sie am Ostersonntag essen durfte. In der Kirche wurden sie bunt gefärbt als Zeichen, dass sie gesegnet waren.
Der Brauch der Ostereiersuche geht vermutlich auf das späte 16. Jahrhundert zurück, als man die Eier in der Fastenzeit versteckt aufbewahrte. Auch das «Eiertütschen» und das «Zwängerle» sind zwei alte Osterbräuche, wovon der Zweite aus dem Züricher Niederdorf im 18. Jahrhundert stammt. Sie wurden in den 1960er Jahren, nach einer langen Pause infolge des Zweiten Weltkriegs, wieder entdeckt und sind heute zwei beliebte Osterbräuche im Kanton und an weiteren Orten.
Beim «Eiertütschen» am Ostersonntag versucht jeder Spieler, mit der Spitze eines gekochten Ostereis die Schale des Ostereis in der Hand seines Gegenspielers zu brechen. Der Gewinner am Familientisch ist derjenige, dessen Ei trotz der Zusammenstösse unversehrt bleibt. Beim «Zwängerle» am Ostermontag hält ein Kind ein bemaltes Ei in der Hand, während ein Erwachsener versucht, ein 20 Rappen-Stück hinein zu werfen. Bleibt das «Zwängerle» im Ei stecken, gewinnt der Erwachsene das Osterei; fällt es daneben, gewinnt das Kind die Münze.
Die Kirchen im Furttal bieten Gottesdienste und weitere Aktivitäten rund um die Osterzeit an. Am 4. April lädt die Ref. Kirche in Dällikon zum «Young Spirit Chill - Osternacht mit Osterfeuer» ein (20 bis 21 Uhr). Von Karfreitag bis Ostermontag finden mehrere Gottesdienste statt, darunter der Karfreitags-Gottesdienst mit einem Teil des Chores Cantus Furttal in der Ref. Kirche in Regensdorf (10 bis 11 Uhr) und die Hl. Messe zu Ostersonntag in der Röm.-Kath. Kirche St. Mauritius in Regensdorf, die von Solisten und vom Orchester des Mauritius Chors Regensdorf/Furttal begleitet wird (10 Uhr).
Am Montag, 6. April, lädt die Kulturkommission Watt zur Eiertütsch-Meisterschaft bei der grossen Arbeitshalle von Ogg The Farmer ein. Ab 10 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen und um ca. 13.30 Uhr geht es los mit der Meisterschaft.
Sabrina Abate Detmar
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