Patrice Gilly und Felix Althaus sind die Autoren des neuen HVF-Mitteilungsheftes. Bild: Judith Sacchi
05.06.2026 08:00
Das neue HVF-Mitteilungsheft ist der Mühle Otelfingen gewidmet
Das neuste Mitteilungsheft der HVF trägt den Titel «Kultur in der Mühle Otelfingen». Was die Verfasser Felix Althaus und Patrice Gilly dafür alles recherchiert und festgehalten haben, ist an der Vernissage vom 20. Juni – natürlich in der Mühle – zu erfahren.
Otelfingen. Die Heimatkundliche Vereinigung Furttal besteht seit 1954 und dieses Jahr erscheint bereits das Mitteilungsheft Nr. 55. Dieses ist ganz der Mühle Otelfingen gewidmet, welche dieses Jahr ein Jubiläum feiern kann. Seit 25 Jahren ist der Ort ein Garant für kulturelle Genüsse. «Wir hatten zu diesem Jubiläum keinen eigentlichen Event geplant», erzählt Stiftungsrat Felix Althaus im Gespräch. Die Anfrage der HVF an ihn und Patrice Gilly, welcher als Delegierter der Stifterfamilie im Stiftungsrat Einsitz hat, war zum Thema «Musik im Furttal». Dies stiess aber bei beiden nicht auf Begeisterung und so einigte man sich, das Mitteilungsheft doch gleich ganz der Mühle zu widmen, über welche es viel zu erzählen gibt. Doch es sollte nicht ein chronologischer Ablauf werden, sondern den Verfassern war es wichtig, die Mühle leben zu lassen. So kommen viele Menschen zu Wort, welche in all den Jahren einen Bezug zur Mühle hatten oder haben und ebenfalls ist das Werk reich bebildert.
Seit 1598 steht die Mühle am heutigen Ort und bis in die 1960er Jahre wurde darin Korn gemahlen. 2001 wurde auf Wunsch des damaligen Eigentümers Jürg Gilly die Stiftung Mühle Otelfingen gegründet, mit dem Ziel, den Ort für die Kultur und Begegnung zu erhalten. Es sei klar eine emotionale Reise in die Vergangenheit gewesen, erzählt Patrice Gilly. Die Mühle habe sich sozusagen vom Mahl- zum Kulturort entwickelt. Eines ist sich dabei gleich geblieben. Es herrscht reger Betrieb, verschiedene Leute gehen ein und aus, es entstehen Gespräche und man begegnet sich.
Gilly erinnert sich noch gut an die Zeit, als seine Eltern 1968 die Mühle kauften und fortan im Mahlraum bereits Konzerte stattfanden. Diese waren aber eher für die gehobenere Klasse gedacht, während heute Kultur für jedermann angeboten wird. Für ihn gab es durch die Erarbeitung des Heftes viele Begegnungen mit bekannten Gesichtern. Er sprach mit einigen über vergangene, aber auch heutige Zeiten in der Mühle. Die nachhaltige Erfolgsgeschichte der Mühle sieht er klar in der speziellen Atmosphäre, welche sich auch bei den Kunstschaffenden schon längst herumgesprochen hat. Und diese Tatsache bringt mit sich, dass es für die Mühle ein Leichtes ist, die jährliche Saison abwechslungsreich zu bestücken. «Wir bekommen sogar Anfragen von Kulturschaffenden, welche gerne hier auftreten würden», freut sich Althaus.
Rund 30 Prozent des Publikums an den Veranstaltungen stammten aus dem Dorf und der näheren Umgebung, erzählen die Zwei. Die restlichen würden aus allen Himmelsrichtungen anreisen, um «ihren» Kulturanlass zu erleben. Gilly war über 20 Jahre für das Mühle-Programm zuständig und hat diese Aufgabe im letzten Jahr in jüngere Hände übergeben. Gerne erinnert er sich an die Zeit zurück, ist aber überzeugt, es war der richtige Zeitpunkt abzugeben.
Dass sich das Team rund um die Mühle verjüngt hat, finden Patrice Gilly und Felix Althaus toll. Junge, innovative Menschen treffen somit auf jahrelange Erfahrung, alle können davon profitieren und die Mühle auf ihrem Weg begleiten.
Für Felix Althaus war einiges neu, was er beim Verfassen des Mitteilungsheftes erfahren hat. «Ich fand die Geschichten aus der Vergangenheit sehr interessant und unterhaltsam.» Und für weitere Geschichten wird die Mühle auch die kommenden Jahre sorgen. Sie soll baulich für die nächsten Generationen gesichert werden, ist aus dem Heft zu erfahren, dazu hat die Stiftung den Prozess «Vision Mühle Otelfingen» gestartet. Eine klare und realistische Zukunftsvision wurde erarbeitet, welche nun Schritt für Schritt umgesetzt werden soll.
Die Mühle bis heute ist im neuen HVF-Mitteilungsheft verewigt. Seit der Gründung hat die Mühle 300 Kulturveranstaltungen durchgeführt, welche von über 20 000 Gästen besucht wurden. Der Fokus der Schrift liegt beim kulturellen Angebot des Ortes. Die Verfasser hoffen, dass das Heft die Lebendigkeit des Kulturbetriebes weitergibt und viel Unterhaltungswert für die Leserschaft hat. Viele Zeitzeugen kommen zu Wort und die aktuellen Mitarbeitenden hinter dem heutigen Kulturbetrieb sind ebenfalls gefragt.
Wer nun mehr über den Inhalt des Mitteilungsblattes von Felix Althaus und Patrice Gilly erfahren möchte, sollte die Buchvernissage vom Samstag, 20. Juni, in der Mühle nicht verpassen, zu der die Heimatkundliche Vereinigung Furttal einlädt. Im lauschigen Innenhof der Mühle wird ein weiteres Stück Kulturgeschichte geschrieben. Nebst Beiträgen der Verfasser werden Nina Ulli (Violine) und Goran Kovacevic (Akkordeon) für musikalische Unterhaltung sorgen. Der Eintritt ist frei, eine Reservation muss jedoch sein, damit nebst dem Leckerbissen für die Ohren auch der Gaumenschmaus in Form eines leckeren Apéros geplant werden kann.
Infos und Tickets unter www.muehleotelfingen.ch
Judith Sacchi