Gemeinsames Projekt für einen lebendigen Furtbach
Ein gemeindeübergreifendes Projekt wurde am letzten Freitag eingeweiht - die Revitalisierung des Furtbaches zwischen Würenlos und Otelfingen/Hüttikon.
Eine Stieleiche besiegelt das Gemeinschaftsprojekt zwischen den Kantonen. Bild: Judith Sacchi
Ein gemeindeübergreifendes Projekt wurde am letzten Freitag eingeweiht - die Revitalisierung des Furtbaches zwischen Würenlos und Otelfingen/Hüttikon.
Region. Gross war das Interesse am letzten Freitag, das Ergebnis der Furtbach Revitalisierung vor Ort zu sehen. Aus dem monotonen, kanalisierten Gewässer ist ein vielfältiger, artenreicher Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere entstanden.
Die Begradigung des Baches mit harten Uferverbauungen, reduzierte zwar die Überschwemmungen in der Talebene und es konnten Flächen für die Landwirtschaft gewonnen werden, aber der Bach als solches verkümmerte. Dem wollten die Kantone Zürich und Aargau Einhalt gebieten und somit wurde der Furtbach auf einer Länge von 1,5 Kilometer aus seinem Korsett befreit.
Es sei an der Zeit gewesen, den Bach aus seinem naturfremden Zustand zu befreien, meinte der Zürcher Regierungsrat Martin Neukom in seiner Ansprache. Viele Lebewesen bekommen eine Struktur zurück, welche sie brauchen. Denn auch Wurzelstöcke und Baumstämme im Gewässer, sorgen nun für vielfältige Strömungsverhältnisse und für Unterschlüpfe für Fische und andere Wassertiere. Ein Amphibiengewässer sorgt dafür, dass sich gefährdete Arten wie Gelbbauchunke, die Geburtshelferkröte oder die Erdkröte wieder wohlfühlen können. Für Zauneidechsen und Ringelnattern gibt es zudem Überwinterungs- und Nistplätze. Und da sich die Natur nicht für Kantonsgrenzen interessiert, nehmen Fauna und Flora hüben wie drüben alle diese Angebote gerne an.
Der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger freute sich ebenfalls über den nun aufgewerteten Ort, welcher für die Natur einen deutlichen Mehrwert bringe. Man habe alles auch bewusst so gestaltet, dass die Bevölkerung Zugang zu diesem neuen, schönen Ort habe, um das Naherholungsgebiet zu geniessen.
Dass das Interesse an diesem Ort besteht, bewies der grosse Besucheraufmarsch am letzten Freitag, bei dem alle nur lobende Worte für die Revitalisierung fanden. Künftig sollen Feuerstelle und Bänkli zum Verweilen einladen - ob Infotafeln über das Vorhaben an gleicher Stelle Auskunft geben, konnte am letzten Freitag noch nicht in Erfahrung gebracht werden.
An diversen Themenstationen konnten die Anwesenden sich das Projekt durch Fachleute erklären lassen und erfuhren zum Beispiel, dass sich die Fische darüber freuen, dass sie nun einen verwinkelten Furtbach haben und nicht mehr in einer «Autobahn» schwimmen müssen. Somit erhofft man sich auch eine vielfältigere Artenvielfalt im Furtbach. Angesprochen auf die Trockenheit in diesem Sommer und die Wasserknappheit in einigen Gewässern war zu erfahren, dass der Furtbach sehr wassersicher sei.
Was lange währt, wird endlich gut, könnte man das Projekt zusammenfassen, denn, wie Thomas Lüssi, Vizepräsident Hüttikon meinte, sei einer 1,5 Jahre langen Bauzeit eine jahrelange Projektplanung vorausgegangen. Um die Gemeinsamkeit der Kantone für den Furtbach zu untermalen, pflanzten die beiden Regierungsräte just an der Stelle eine Stieleiche, an welcher der Furtbach zuvor in seiner schnurgeraden Laufbahn floss.
Anschliessend an Informationen und Wettbewerb gab es noch die Gelegenheit, bei lokalen Spezialitäten zu verweilen und den Abend ausklingen zu lassen, was sich viele nicht nehmen liessen.
Judith Sacchi
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